“Wäre ich ein Buch zum lesen” (Daliah Lavi, 1973)
this key piece of conceptual audible art translates as “If I was a book to read”: here, the female “I” compares herself with “a book” in the context of a romance (”… to read”). the piece’s dramaturgy culminates in a climax in the third strophe: “will you understand what I need to say, what’s only between the lines, what no sentence reveals? A book that laughs and cries with you, accompanies you through the day and through the night, dreaming and awake with you. The book you sometimes hate and love, we wrote it together, it will end with you.”
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Wär ich ein Buch
Wär’ ich ein Buch zum Lesen,
welche Art von Buch wär ich?
Eins, das noch nie dagewesen,
wäre ich ein Buch für dich?
Oder legtest du nach dem ersten Satz
die Story aus der Hand?
Ein ungelesener Band,
der dir niemals am Herzen liegt,
weil sein Papier mehr als der Inhalt wiegt?
Wär’ ich ein Buch im Leben,
würdest du mein Leser sein?
Gäbe es kein Buch, dann eben
wäre jede Seite dein.
Bliebest du mir treu bis zum letzten Wort,
wie immer es auch heißt?
Auch wenn du es längst weißt.
Ein Buch, das du von Neuem liest,
in dem du dich oft selbst beschrieben siehst.
Wirst du versteh’n, was ich sagen will,
und nur zwischen den Zeilen steht,
Was kein Satz verrät.
Ein Buch, das mit dir weint und lacht,
das dein Begleiter ist bei Tag und Nacht,
mit dir träumt und mit dir wacht.
Das Buch, das du manchmal hasst und liebst,
das du mit mir schriebst, es wird mit dir enden.
Jener Band, der Bände spricht,
er verlässt dich nicht,
wenn das Blatt sich wenden wird.
Wär’ ich ein Buch im Leben,
würdest du mein Leser sein?
Gäbe es kein Buch, dann eben
wäre jede Seite dein.
Bliebest du mir treu bis zum letzten Wort,
wie immer es auch heißt?
Auch wenn du es längst weißt.
Ein Buch, das du von Neuem liest,
in dem du dich oft selbst beschrieben siehst,
seine Story kennst,
die du genauso hasst wie liebst,
die du mit mir schriebst,
sie wird mit dir enden.
Jener Band, der Bände spricht,
er verlässt dich nicht,